Thema: was tun?

Deutsches Alexithymie Forum > Alexithymie Fragebogen - Test

was tun?
02.02.2014 von Silvie

Hallo,

vermute mein Mann ist ein Alexi oder hat eine anderen Persönlichkeitsstörung. Gestern habe ich ihn überredet diesen Test hier zu machen und er war mit 121 Punkten positiv.
Wir sind schon seit 1991 zusammen, jedoch glücklich war zumindest ich nie in dieser Beziehung. Die Frage warum ich das solange ausgehalten habe ist sehr berechtigt und das ganze soll auch kein rumjammern nach dem Motto "Hilfe ich habe den falschen Mann geheiratet" werden. Wir haben 3 wunderbare Kinder, die ihren Vater lieben und durch sein ignorantes Verhalten auch schon oft gelitten haben. Sie lieben ihn trotzdem, wie nun mal Kinder bedingungslos ihre Eltern lieben. Ich liebe ihn schon lange nicht mehr. Von daher kann er mich auch nicht mehr so verletzen wie in der Anfangszeit unserer Beziehung. Oft stand ich kurz vor der Trennung nur dann hat mich eben doch wieder der Mut verlassen. Schon früher hatte ich kein großes Selbstwertgefühl das in der Beziehung weiter hin geschrumpft ist. Es ist so anstrengend. Das er sich sehr oft anders und der Situation völlig unangemessen verhält habe ich schon sehr früh gemerkt. Manchmal dachte ich es Läge an mir, ich wäre nicht liebenswert. Allerdings habe ich dann beobachtet, dass er an keiner Person ernsthaftes Interesse zeigt noch nicht mal an seinen Kindern.Seine Schule, Studium (Maschinenbau) und Arbeit nimmt er sehr ernst. Die Anerkennung seiner Kollegen ist im extrem wichtig. Danach scheint er richtig zu lechzen. In meinen Augen nimmt er sich zu wichtig. Hat ihm der Firmenchef beim Namen genannt fühlt er sich sehr wichtig. Wurde er nicht beachtet unterstellt er dann immer Absicht und Gründe wie da wollte er mir zeigen, dass er am längeren Hebel sitzt usw. Ich glaube er meint, die ganze Welt hat nichts besseres zu tun, als sich darüber Gedanken zu machen wie sie ihm das nächste mal anschauen.Stelle ich die Frage wie er einen anderen Menschen findet, nennt er nur dessen Schulbildung und Beruf. Sage ich dann, dass ich danach nicht gefragt habe sondern wissen wollte wie er ist z. B. lustig, eher ruhig, redet viel, unfreundlich usw. bekomme ich die Antwort "normal halt". Am Familienleben beteiligt er sich nicht. Ihm ist egal wenn am Haus etwas kaputt ist, im Garten das Unkraut aus dem Boden schießt er tut nix. Er liegt auf der Coach sitzt vorm PC. Auch ignoriert er seine Familie nach außen. Sprüche wie "das ist doch deine Verwandschaft, hat mit mir nix zu tun" , "da bin nur ich eingeladen", "was willst DU dabei". Wenn die Kinder Probleme haben kann er sie nicht unterstützen. Ein gutes Beispiel hierfür ist, als eine Lehrerin ungerechtfertigter Weise sehr schlecht über unsere Tochter gesprochen hat. Mir hat unsere Tochter natürlich Leid getan und war verletzt. Seine Antwort darauf war nur "bei mir am Telefon war sie sehr nett". Bei Schulentscheidungen scheint er keine Meinung zu habe, sagt zu allem ja, wenn ich auch da seine Meinung genauer hören will geht das nicht. Er sorgt sich noch nicht mal um seine eigenen Kinder. Als seine Mutter an Depressionen litt hat er sie nicht beachtet. Antwort auf mein WARUM war: "mit sowas kann ich nicht umgehen, Punkt". Auch scheint die Gesichtsmimik eingeschränkt zu sein. Er würde nie einen anderen Mensch nach seiner Meinung fragen, er entscheidet irgendwie. Wenn er gefragt warum er nicht gefragt sondern irgendwas gemacht hat kann er nicht antworten. Er fühlt sich kritisiert und mit Kritik kann er überhaupt nicht umgehen, da flüchtet er sofort ins Bett und hat auch keine Probleme sofort einzuschlafen. Manchmal schließt er sich auch ein und die Kinder betteln, dass er wieder aufmacht. Sie fragen Papa warum tust du das, sie bekommen keine Antwort.
Ist so ein MENSCH wirklich liebenswert?? Übrigens er meint, dass mit ihm alles super i. O. ist. Außerdem ist er nun mal so. Woher nimmt er das Recht andere so zu behandeln? Nur weil er es nicht merkt, soll es i. O. sein und wir sollen unter seinem Problem leiden? Ich finde solche Menschen ziemlich überflüssig.

Haben Gefühlsblinde ein sehr schwaches Selbstbewusstsein und scheinen auch das nicht zu spüren, ist das typisch?


Über Antworten würde ich mich freuen.

Silvie

Bin ich Alexi?
09.10.2015 von geb67

Meine Frau meint ja. Ihr Psychologe, bei dem Sie vor etwa 3 Jahren für 1.5 Jahre war, ist auf Basis ihrer Erzählungen über mich zu dieser Ferndiagnose gekommen. Ich finde das sehr verletzend? Kann ich überhaupt etwas verletzend finden, wenn ich Alexi bin, weil schließlich sollte ich ja keine Gefühle haben, benennen können oder verstehen.

Ich habe 2 großartige Kinder und bin gerade dabei meine Ehe/Familie zu ruinieren, entweder weil ich ein Alexi oder ein Arsch bin, laut meiner Frau.

Ich habe das Gefühl dass ich mir über die Jahre einen dicken Panzer angelegt habe, aber nicht immer so war. Was ist passiert und hat es wirklich seinen Ursprung in meiner frühesten Kindheit, an die ich mich nicht wirklich erinnern kann?

So viele Fragen. Ach ja beim Test habe ich ca. 100 Punkte mit teilweise bei Unterpunkten gar keine und teilweise starke Tendenzen (speziell im direkten Beziehungsbereich) und somit gesamt Tendenzen zu Alexithymia.

Jeder Kommentar und Gedankenaustausch ist willkommen!

Antwort auf vorherigen Beitrag
10.10.2015 von Anonym

Hallo,

Ich finde das sehr verletzend? Kann ich überhaupt etwas verletzend finden, wenn ich Alexi bin, weil schließlich sollte ich ja keine Gefühle haben, benennen können oder verstehen.
Im Prinzip, ja kannst du, selbst wenn du alexithym sein solltest.

Ich habe 2 großartige Kinder und bin gerade dabei meine Ehe/Familie zu ruinieren, entweder weil ich ein Alexi oder ein Arsch bin, laut meiner Frau.
Respekt für deine Frau. Eine der wenigen, die nicht nur eine billige Ausrede sucht, sondern einräumt, möglicherweise einem nicht alexithymen Arsch aufgesessen zu sein.

Ich habe das Gefühl dass ich mir über die Jahre einen dicken Panzer angelegt habe, aber nicht immer so war. Was ist passiert und hat es wirklich seinen Ursprung in meiner frühesten Kindheit, an die ich mich nicht wirklich erinnern kann?
Angeboren, früheste Kindheit oder starkes Trauma sind die gängigen Erklärungen.

Grüße


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