Thema: Desillusion

Deutsches Alexithymie Forum > Betroffene und Angehörige

Desillusion
17.08.2017 von markand

Hallo Zusammen,
ich konnte hier schon viele Erfahrungsberichte von Lebenspartnerinnen lesen, in denen ich mich so sehr wieder gefunden habe. Meine Intention, jetzt auch was zu schreiben, ist, dass ich wirklich desillusioniert bin. Ich bin 54 Jahre und lebe seit knapp 10 Jahren mit einem Alexi zusammen. Dass er so tickt, weiß ich erst seit ca. drei Jahren. Die Zeit davor war voller Ungereimtheiten. Ich konnte mir überhaupt nicht erklären, warum er nicht reagiert. Jahrelang habe ich förmlich um seine Aufmerksamkeit gebettelt. Ohne Erfolg. Ich habe zunehmend gelitten. Es sei dazu gesagt, dass noch hinzu kommt, dass ich Hochsensibel bin, was alles noch schwieriger macht. Ich brauche die Emotionalität, wie die Luft zum Atmen. Einiges bekomme ich ja von Familie und Freunden, aber das ist nicht das Gleiche. Ich sehne mich nach der Emotionalität mit meinem Partner. Ich weiß aber auch, dass das wohl nie passieren wird. Und ich weiß mittlerweile auch, das er es nicht böse meint und es nicht extra macht, sondern es tatsächlich nicht weiß und kann. Das ist für mich nur sehr schwer bis gar nicht zu akzeptieren. In den letzten 10 Jahren habe ich immer verzweifelter versucht, einen Zugang zu seiner Welt zu bekommen. Ich habe ihm gesagt, dass ich denke, dass er gefühlsblind ist aber auch das entlockt ihm höchsten ein Grinsen. Nach unzählbar vielen Versuchen, ein Gespräch zu führen, bin ich immer wieder an dem Punkt, einsehen zu wollen, dass es komplett keinen Sinn hat, leider. Dabei ist er keiner, der mich absichtlich verletzt. Er ist in materiellen Dingen eher fürsorglich. Aber alles Emotionale ist komplett ausgeschlossen. Eine Therapeutin sagt mal zu mir: „Im Fluss ist kein Fisch“ Aber ich würde verzweifelt weiter angeln, mir die besten Angeln zulegen obwohl ich insgeheim wüsste, dass im Fluss kein Fisch ist. Das war vor Jahren. Mittlerweile muss ich mir wohl eingestehen, dass sie Recht hatte. Es geht mir zunehmend schlechter und trotzdem versuche ich immer wieder mich seiner Welt anzupassen, Verständnis zu haben und auf Alles zu verzichten. „Alles“ bedeute z.B. Lob, Komplimente, emotionale Gespräche, Romantik, Umarmungen, Herzlichkeit, Gespräche über uns und unsere Beziehung usw. und sofort. Ich glaube auch nicht, dass er es für nötig halten würde, sich zu ändern. Alle Gesprächsversuche in diese Richtung scheitern auch. Vor 2 Jahren bin ich einmal ausgezogen, habe es aber nicht geschafft und bin nach einem Jahr wieder zurück. In der Hoffnung, dass sich nun etwas ändern könne. In dem Jahr meines Allein Lebens waren wir trotzdem viel zusammen. Er scheint total resistent gegenüber allen Veränderungswünschen zu sein. Und nun nach einem weiteren Jahr bin ich ziemlich am Ende und sehr ratlos. Freunde und Familie will ich damit nicht mehr nerven. Die kennen das Thema bis zum Erbrechen. Eigentlich bleibt nur noch Trennung und der Gedanke macht mich echt fertig. Nochmal das Ganze? Puh, schnauf. Es ist irre anstrengend. Entschuldigt mein Durcheinander. Ist ein Zeichen meines inneren Chaos.

28.01.2020 von Emoji

Hallo,
mich interessiert, wie es dir heute geht. Ich finde mich in vielem wieder, inkl. Hochsensibilität.
Liebe Grüße,
Emoji


Einloggen







Alle auf diesen Webseiten erwähnten Methoden, Diskussionen und Anwendungsgebiete dienen ausschließlich der Information und sind keinerlei Ersatz für ärztliche Diagnose und Therapie und auch keinerlei Ersatz für psychologische oder psychotherapeutische Untersuchungen oder Behandlungen.Wir führen keine Diagnosen durch und versprechen keine Heilung einer Krankheit oder einer Verletzung. Im Zweifelsfall setzen Sie sich bitte mit einem Arzt oder Therapeut in Verbindung.